Katholische Hochzeit

Rechtsfragen bei einer katholischen Hochzeit

Die kirchliche Trauung ist für viele Paare ein wichtiges Highlight | Foto: Nadine Persijn

Was müssen wir tun, wenn wir katholisch heiraten wollen?

  1. Sich ca. 6 Monate vor der Trauung beim Wohnsitzpfarramt der Braut oder des Bräutigams melden und Termine für ein Gespräch mit dem Pfarrer für die Trauung vereinbaren.
  2. Wenn beide katholisch sind, besorgen beide eine Taufurkunde (wenn nur einer katholisch, dann nur dieser). Diese ist 6 Monate gültig. Bei nichtkatholischen Partnern ist ein weiterer Nachweis
  3. über den Personenstand nötig.Bei dem Gespräch mit dem Pfarrer wird ein Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt, das die Ehefähigkeit und den Ehewillen, keinesfalls jedoch Kenntnisse der christlichen Glaubenslehre abfragt.

Wann bin ich an die Formpflicht der kath. Kirche gebunden?
Wenn einer der Partner katholisch ist. Von der Formpflicht kann der Bischof befreien.

Kann ich auch außerhalb der katholischen Pfarrkirche heiraten?
Der Ortspfarrer kann eine Erlaubnis für eine Kirche oder Kapelle aussprechen, für die er zuständig ist. Soll die Trauung an einem anderen Ort stattfinden, kann der Bischof eine Sondererlaubnis erteilen. Hierauf gibt es aber kein Anrecht.

Muss ich gefirmt sein, wenn ich heiraten will?
Das katholische Eherecht spricht davon, dass man gefirmt sein sollte, falls dies ohne schweren Nachteil möglich ist.

Wenn mein Taufschein nicht aufzufinden ist, kann ich dann trotzdem heiraten?
Das ist dann möglich, wenn ich einen Ledigeneid ablege oder wenn ich Zeugen habe, die die Taufe bestätigen können.

Ist eine kirchliche Trauung von homosexuellen Paaren möglich?
Nein.

Ist eine Hochzeit von Geschiedenen in der katholischen Kirche möglich?
Nein, wenn die erste Ehe nach katholischem Recht gültig geschlossen war. Dies kann der verantwortliche Pfarrer prüfen. Gegebenenfalls ist eventuell eine Segnung möglich.

Gibt es auch ökumenische Trauungen?
Diese gibt es nicht, es gibt allerdings konfessionsverschiedene Ehen, also Ehen zwischen einem katholischen und einem evangelischen Partner. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. eine katholische Trauung unter Mitwirkung eines evangelischen Pfarrers.
  2. eine evangelische Trauung unter Mitwirkung eines katholischen Pfarrers in einer evangelischen Kirche. Hierzu ist eine Sondererlaubnis (Dispens von der Formpflicht) durch den Bischof nötig.
    Der Wunsch nach einer Trauung konfessionsverschiedener Partner darf von einem Pfarrer nicht abgelehnt werden. Für den Katholik ist damit aber die moralische Pflicht verbunden, die Kinder – soweit es in der Ehe möglich ist – katholisch taufen zu lassen und im katholischen Glauben zu erziehen.

Kann uns ein Diakon oder ein Priester, der nicht in unserer Heimatpfarrei arbeitet, trauen?
Ja, wenn er vom Heimatpfarrer beauftragt worden ist.

Ist eine Mitgestaltung der Trauung möglich?
Diese ist sogar erwünscht, genaue Absprachen beim Vorbereitungsgespräch mit dem Pfarrer.

Was gilt wenn ein Partner katholisch und einer nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten ist?
Es gibt die Möglichkeit nach einer bischöflichen Sondererlaubnis in der katholischen Kirche zu heiraten.

Was gilt wenn ein Partner katholisch und einer einer anderen Religionsgemeinschaft angehört?
Es gibt die Möglichkeit nach einer bischöflichen Sondererlaubnis und einer „Friedenserklärung“ des nicht-katholischen Partners in der katholischen Kirche zu heiraten.

Welche Anforderungen gelten für die Trauzeugen?
Diese müssen nur die Willensbekundung der Brautleute bezeugen können, d.h. sie müssen nicht katholisch oder volljährig sein (aber mindestens 14 Jahre alt).

Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen für eine katholische Ehe gegeben sein?

  1. Es darf kein Ehehindernis vorliegen. Ehehindernisse sind z.B.: fehlendes Alter (erst ab 14 bzw. 16 Jahre), Impotenz, Eheband, Religionsverschiedenheit, Weihen, Gelübde und Blutsverwandschaft. Von manchen Ehehindernissen kann der Bischof eine Befreiung geben.
  2. Die Zustimmung zur Ehe muss freiwillig sein.
  3. Die Brautleute müssen den rechten Ehewillen haben: Ja zu einer lebenslangen Bindung, Ja zu Kindern und zur Treue.

Was kostet die Trauung?
Gemäß der Regel 5 Euro für die Kasse der Kirchengemeinde. Kann vor Ort anders geregelt sein.

Kontakt für weitere Fragen: alle Pfarrämter oder das Bischöfliches Offizialat Trier, Postfach 1340, 54203 Trier

Tel. 0651/7105-229, EMail: offizialat@bgv-trier.de

ergänzendes Angebot:

„Wir trauen uns!” Tag der Ehevorbereitung

Als Einladung der katholischen Kirc he an Paare, die kirchlich heiraten wollen.

Damit eine Ehe gelingt, gehört dazu

  • mehr als ein Gefühl von Liebe
  • mehr als finanzielle Sicherheit
  • mehr als ein blindes „es wird schon gutgehen“.

Daher gibt es das Angebot, sich mit Ihrem Partner /Ihrer Par tnerin und anderen jungen Paaren an einem „Tag zur Ehevorbereitung“zu treffen u. über solche und ähnliche Gedanken zu sprechen.

Wir werden Ihnen keine Vorträge halten! Beim Thema Partnerschaft wollen Sie sich ja nicht bevormunden lassen – und das völlig zu Recht. Aber im ernsthaften, offenen Austausch mit anderen liegt eine große Chance: Sie werden angeregt, manches in einem neuen Licht zu sehen, über manches neu nachzudenken…

Begleitet werden Sie an diesem Tag von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern der katholischen Kirche, die Gesprächsmethoden anleiten und Gespräche moderieren.

Informationen zu diesen Seminaren im Saarland erha lten Sie über dieKath. Erwachsenenbildung Kath. Erwachsenenbildung
Fachstelle Saar-Hochwald Fachstelle Saarbrücken
Merziger Straße 83, Ursulinenstraße 67
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oder die Büros der Dekanate.

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Über Stefan Thönes 56 Artikel
Als Redakteur von heiraten-saarland.de kümmere ich mich um Inhalte und Entwicklung "der" neuen Hochzeitsseite im Saarland.

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